Mitten in Düsseldorf, im Stadtteil Oberbilk, ist in einem lange Zeit ungenutzten Hinterhof ein neues Wohnhaus für eine 4 köpfige Familie entstanden. Das ehemalige Arbeiterviertel mit seiner zentralen Lage verfügt noch über einige Hinterhöfe und Lücken mit ungenutzten Potentialen.

 

Das Gebäude wurde als Holzrahmenbaukonstruktion errichtet. Dies ermöglichte einen weitestgehend reibungslosen Ablauf der Baumaßnahme. Die großformatigen Bauteile wurden mit einem Kran über das Vorderhaus hinweg in den Innenhof gehoben. Hier wurden diese dann umgehend an die richtige Position gestellt und montiert. Das im Vergleich zu Beton geringe Gewicht des nachwachsenden Rohstoffes Holz ermöglicht die Vorfertigung  großformatiger Bauteile, die eine schnelle Montage gewährleisten. Zudem hat sich die Möglichkeit des Transportes der Bauteile über das 21 m hohe Vorderhaus mit Betonfertigteilen nicht ergeben.

 

Die Holzrahmenkonstruktion ist sehr gut ausgedämmt und hat zusätzlich außenseitig eine Holzdämmung erhalten. Mit einer Gesamtdämmstärke von 36 cm erreicht die Konstruktion Passivhausstandard. Die Fenster sind mit einer Dreischeibenverglasung ausgestattet. Beheizt wird das Gebäude durch eine Sole/Wasser Wärmepumpe. Das entsprechende Gerät für die geothermischen Bohrungen wurde ebenfalls durch den Flur des Vorderhauses in den Hinterhof transportiert. Hier wurde es auseinander gefaltet um die entsprechenden Bohrungen durchzuführen. Insgesamt benötigt das Gebäude ca. 8,6 KW/m² Endenergie im Jahr.

 

Die zu beheizende Fläche von ca. 160 m² verteilt sich in dem eingeschossigen Gebäude auf 5 Ebenen, die als Splittlevel das Gebäude zonieren. Der offene hohe Wohnraum mit dem angegliederten Koch- und Essbereich verbindet die beiden neu geschaffenen Freiräume miteinander, und bildet den zentralen Raum des Gebäudes. Die Belichtung erfolgt über großzügige, teilweise über 2 Ebenen führende Fensterelemente. Der erforderliche  Sonnenschutz wird durch sonnengesteuerte Screens erreicht. Die Fassade besteht aus einer offenen Rautenschalung, von der im oberen Bereich des Wohnraumes jede zweite Reihe vor die Verglasung geführt wird. Dies sorgt in diesem Bereich für eine optimale Verschattung. Im Winter, wenn die Sonne fach einfällt, werden maximale solare Gewinne erzielt. Im Sommer, bei hoch stehender Sonne wird bei maximaler diffuser Lichteinstrahlung optimal verschattet

Auf dem Dach sind Solarthermiekollektoren vorgesehen, die für die Warmwasserbereitung genutzt werden.

 

 

 

Fazit.

Abschließend ist die Entscheidung für die innerstädtische Nachverdichtung im Hinterhof für diese junge Familie als richtig  gegenüber einem Haus im Umland der Stadt zu bewerten.

Hier wird die Möglichkeit genutzt, einen seit langem brach liegenden Hinterhof umzunutzen, und die Vorteile des Lebens in der Stadt mit einem Eigenheim zu kombinieren. Alle Bedürfnisse des täglichen Lebens können mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Fahrrad erledigt werden. Zudem wird die zunehmende Zersiedelung gemindert. Dieses Gebäude, errichtet mit ökologischer Materialien und einer umweltfreundlichen Gebäudetechnik, ist ein gutes Beispiel für die Wiederbelebung eines unzugänglichen innerstädtischen Hinterhofes.